Ich bin die Ehefrau! Mir nimmt kein Flittchen den Mann weg!

Hier spricht die betrogene Ehefrau

Glaubt die Rotznase ernsthaft, dass sie eine Chance gegen mich hat? Dass mein Mann mich verläßt? Seine Kinder verläßt? Sein Haus verläßt? Seine Firma? Wegen einer Affäre? Glaubt sie das ernsthaft?

Ich habe schon viele Affären meines Mannes kommen und gehen sehen, es ist ein systemischer Ablauf und dauert nie länger als halbes Jahr. Dann schüttelt er sich. Und dann kommt die nächste. Er braucht das für sein Selbstbewusstsein, so wie andere Männer seines Alters Marathon laufen oder Harley Davidson fahren. Die Affären lassen ihn glauben, er sein jung und agil wie mit 30. Und wenn mein Mann sich gut fühlt, dann geht es uns gut. Was sollte ich also dagegen haben?

Ach Gott, werden Sie jetzt denken, wie abgeklärt ist das denn!? Abgeklärt und desillusioniert. Und ja, natürlich würde ich eine andere, innigere Form unserer Beziehung bevorzugen. Aber das ist keine Option und so ziehe ich eine offene Ehe einer möglichen Scheidung ganz klar vor.

Die Rotznase hat keine Chance gegen mich.

Rudolf ist ein Familienmensch. Er liebt seine Kinder, unsere drei fast erwachsenen Buben, über alles. Er nimmt sie mit auf die Jagd, ins Fußballstadion, wo unser Verein in der zweiten Liga spielt und einmal im Jahr auf einen sogenannten Herrenausflug, früher nach Disneyland, heute nach London, Paris oder Wien, mit Besuchen der großen Museen, Galerien und schicken Restaurants. Und wenn Not am Mann ist, und einer der Jungs in der Schule mal wieder wackelt oder etwas ausgefressen hat, dann spricht Rudolf auch mit den Klassenlehrern oder dem Direktor. Da kann man wirklich nichts sagen, Rudolf ist ein sehr guter und liebevoller Vater.

Und er schätzt sein zuhause. Wir haben ein wunderschönes Haus am Stadtrand, mit einem herrlichen Garten, den ich zusammen mit einem Gärtner in einen prachtvollen Park verwandelt habe, es gibt einen Pool und eine Sommerküche zum grillen und chillen. Ich bin Hausfrau aus Leidenschaft, es macht mir Spaß unser zuhause jahreszeitlich zu dekorieren, mit Blumen zu verschönern und ich liebe es zu kochen und zu backen und Rudolf und den Kindern ihre Lieblingsspeisen zu bereiten. Wir haben eine Haushälterin und eine Putzfrau, bei uns ist alles tipptopp.

Und da glaubt die Rotznase ernsthaft, dass sie eine Chance gegen mich hat?

Wir sind seit 22 Jahren verheiratet und führen seit 15 Jahren eine offene Ehe. Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes ging das los, ich hatte wenig Zeit und Rudolf begann eine Affäre mit seiner Marketingleiterin. Es war grauenvoll, denn ich war natürlich tief verletzt, verzweifelt und gekränkt, ich heulte Nächte durch und wollte Rudolf verlassen. Aber wohin mit meinen zwei kleinen Kindern? Das schlimmste war, dass der ganze Betrieb von der Affäre wußte und dieses Getuschel hinter meinem Rücken mich zusätzlich demütigte.

Wenn man eine offene Ehe führt, muß man darüber sprechen, auch wenn es schmerzhaft ist.  Rudolf und ich taten das. Wir legten die Regeln fest und beschrieben die Grenzen. Sex ist okay, eine richtige Liebesbeziehung nicht. Ich bin die Nummer eins und werde auch so behandelt. Sonntag Abend sitzt die Familie zusammen und ißt. Zweimal im Jahr fahren wir gemeinsam in die Ferien. Wir sind ehrlich zueinander, ich kann jederzeit seine SMS lesen oder seine Mails checken. Im Falle einer Scheidung fällt mir die Hälfte seines Vermögens zu.

Und da glaubt die Rotnase ernsthaft, dass sie eine Chance gegen mich hat?

Rudolf würde sein harmonisches Familienleben mit uns nie aufgeben. Wenn er eine neue Affäre beginnt, bemerke ich das schnell. Er verreist dann am Wochenende „geschäftlich“ und kommt bestens gelaunt von diesen sogenannten Business-Trips zurück. Ich bekomme dann große Geschenke. Meist ein Schmuckstück von Wellendorff, meiner Lieblingsfirma. In dieser Phase haben wir beide auch häufiger Sex, es törnt ihn richtig an. Und mich törnt es an, wenn ich mir vorstelle, dass Rudolf diesen Mädchen erzählt, wir hätten keinen Sex mehr. Lächerlich.

Die Rotznase hat keine Chance gegen mich.

Schmerzen mich diese ganzen Affären? Habe ich manchmal Angst, Rudolf zu verlieren? Ja, natürlich! Es sind schreckliche Nächte, wenn mir die Einsamkeit und die Eifersucht den Schlaf rauben. Wenn ich morgens beim Bäcker stehe und daran denke, dass er jetzt, in der Sekunde, mit einer anderen Frau zusammen ist, dann schießen mir Tränen in die Augen und ich fühle mich unendlich alleine und im Stich gelassen. Ich würde dann am liebsten alles hinschmeissen, mit den Kindern ausziehen und, ja, was dann? Ich bin 48 Jahre alt, ich habe keinen Beruf und kein Vermögen. Und so überfallen mich immer häufiger brutale Zukunftsängste. Bald sind die Kinder aus dem Haus und dann?

Die Rotznase hat keine Chance gegen mich.

Ich kaue das mantramäßig immer wieder, ich muss nur daran glauben, aber ich glaube, dass Rudolf mich doch irgendwann verlässt. Mein Selbstbewusstsein, ich habe keines mehr. Statt dessen werde ich nervös und frustriert, denn jede junge Frau in unserer Nähe ist eine potentielle Rivalin, eine Gefahr. Ich beiße sie weg, ich werde zur Hexe. Um mit meinen Problemen besser klar zu kommen, besuche ich einen Psychologen und nehme leichte Antidepressiva. ICH bin ja diejenige, die mit der Situation nicht klar kommt, Rudolf ist fein raus. Meine Hoffnung? Dass Rudolf im Lauf der Jahre ruhiger wird und diese ganzen Affären nicht mehr braucht. Ich brauche sie ja auch nicht. Ich wünsche mir, dass wir ein ganz normales älteres Ehepaar werden, dass sich liebt und ehrt und respektiert. Das kleine Glück. Dafür werde ich kämpfen.

Die Rotznase hat keine Chance gegen mich.

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